Forscher des Sheba Medical Center in Ramat Gan, Israel, führten eine kleine Studie durch, die ergab, dass die Wirksamkeit einer vierten Dosis der COVID-19-mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Moderna nur einen geringen Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion bietet.
Ihre Ergebnisse wurden als Korrespondenz im New England Journal of Medicine veröffentlicht:
„Die veröffentlichten Zwischenergebnisse zeigen, dass die [vierte Dosis des] Impfstoffs im Vergleich zu jungen und gesunden Personen, die mit drei Dosen geimpft wurden, wenig bis gar keinen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus bietet.“
Der Studie zufolge zeigte die vierte Dosis von Pfizer eine Wirksamkeit von 30 % bei der Verhinderung von Infektionen, die vierte Dosis von Moderna eine Wirksamkeit von 11 %.
Die Autoren der Studie stellten jedoch fest, dass die vierte Dosis einen einen „mäßigen Schutz vor symptomatischen Infektionen“ bot (Pfizer = 43 %; Moderna = 31 %). Eine symptomatische Infektion wurde als Fieber definiert, das entweder länger oder kürzer als 48 Stunden anhielt. Weitere systemische Symptome waren Fatigue, Myalgien und Kopfschmerzen.
Diese Wirksamkeitszahlen liegen jedoch unter dem erforderlichen Schwellenwert von 50 % für eine Notfallzulassung (Emergency Use Authorization, EAU) in den USA.
Weder in der Kontroll- noch in der Behandlungsgruppe kam es zu Krankenhauseinweisungen oder Todesfällen aufgrund von COVID. Die Mehrheit aller COVID-Fälle bei den Teilnehmern war asymptomatisch oder hatte nur geringe Symptome.
Allerdings traten bei 25,2 % der Empfänger der vierten Dosis mäßige bis schwere lokale Reaktionen und bei 6,5 % mäßige bis schwere systemische Reaktionen im Anschluss an die zweite Boosterimpfung auf.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass eine zweite Boosterimpfung nicht zu einer stärkeren Immunreaktion führte als der erste Booster:
„Zusammen mit früheren Daten, die die Überlegenheit einer dritten Dosis gegenüber einer zweiten Dosis zeigen, deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass die maximale Immunogenität von mRNA-Impfstoffen nach drei Dosen erreicht wird …“
„Eine vierte Impfung von gesundem, jungem Personal im Gesundheitswesen könnte daher nur einen geringen Nutzen haben.“
Dr. Julian Tang, klinischer Virologe, Respiratory Sciences, University of Leicester (UK), kommentierte die Studie:
„Wenn Omikron weiter zirkuliert und wir weiterhin die aktuellen COVID-19-Impfstoffe der ersten Generation dagegen einsetzen, stimme ich mit den Autoren überein, dass der Nutzen für ansonsten gesunde, jüngere Menschen marginal sein wird – und dass jede Boosterimpfung mit der vierten Dosis eher älteren und anfälligeren Gruppen (z. B. solchen mit Komorbiditäten) zugute kommen wird.“
Die Bedeutung für die USA
Da die Gesundheitsbehörden den Nutzen und die Sicherheit zusätzlicher Boosterimpfungen in Frage stellen, rufen Moderna und Pfizer öffentlich dazu auf, zusätzliche Impfungen durchzuführen.
Moderna beantragte am 17. März die EAU für eine vierte Dosis für Personen ab 18 Jahren, und Pfizer reichte am 15. März seinen Antrag für eine vierte Dosis für Personen ab 65 Jahren ein.
Der CEO von Pfizer, Albert Bourla, sagte am 13. März in der Sendung „Face the Nation“, dass eine vierte Impfung notwendig sei, und berief sich dabei auf Daten, die der Impfstoffhersteller bei der FDA eingereicht, aber noch nicht öffentlich zugänglich gemacht hatte.
Einige Ärzte und Wissenschaftler haben festgestellt, dass die wiederholte Verabreichung von Boosterimpfungen eine „schädliche Wirkung“ auf das Immunsystem haben kann.
Wie von Dr. Joseph Mercola berichtet:
„Künstlich überhöhte Antikörper signalisieren Ihrem Körper, dass Sie ständig infiziert sind, und die daraus resultierende Immunreaktion könnte sich als schädlich für Ihre Gesundheit erweisen.“
Das Immunsystem in erhöhter Alarmbereitschaft zu halten, kann laut Mercola „die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen beschleunigen“.
Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur äußerte Bedenken gegen wiederholte Boosterimpfungen. Wie The Defender berichtete:
„Laut der Europäischen Arzneimittel-Behörde [EMA] könnte die fortgesetzte Verabreichung von Boosterimpfungen alle vier Monate das Risiko einer Überlastung des Immunsystems bergen und zu Fatigue führen.“
„‚Die Verwendung zusätzlicher Boosterimpfungen kann zwar Teil von Notfallplänen sein, aber wiederholte Impfungen in kurzen Abständen würden keine nachhaltige Langzeitstrategie darstellen‘, sagte der Leiter der EMA-Strategiegruppe für Impfstoffe, Marco Cavaleri, am Dienstag während eines Pressegesprächs.“