Ein kürzlich ergangenes bahnbrechendes Gerichtsurteil in einem von Children’s Health Defense (CHD) angestrengten Verfahren gegen die Federal Communications Commission (FCC) sollte für all diejenigen von Interesse sein, die Wireless-Technologien (Mobiltelefone, iWatches und WLAN) verwenden, insbesondere für Eltern von Kindern, die diese Geräte nutzen.

Am 13. August entschied das US-Berufungsgericht für den D.C. Circuit, dass die Entscheidung von 2019 der FCC, in der es heißt, dass deren Richtlinien aus dem Jahr 1996 die Öffentlichkeit angemessen vor nicht krebsartigen Schädigungen durch 5G und Wireless-Technologien schützen, willkürlich, ungerechtfertigt und nicht evidenzbasiert seien.

Im Jahr 2019 kam die FCC nach einer angeblich sechsjährigen Überprüfung der wissenschaftlichen Erkenntnisse über potenzielle Schädigungen durch 5G und Wireless-Technologie zu dem Schluss, dass keine Schädigungen ersichtlich seien und daher die Richtlinien aus dem Jahr 1996 zum Schutz der Öffentlichkeit ausreichend seien und keine Überprüfung dieser Richtlinien gerechtfertigt sei.

In den USA gilt eine Wireless-Technologie, solange sie den FCC-Richtlinien entspricht, als sicher, und es können keine Klagen wegen Schädigungen eingereicht werden.

Der Fall von CHD hat jedoch gezeigt, dass – während die FCC 5G vorantreibt und unseren Kindern WLAN-basierte Technologien aufzwingt – die von der FCC und der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) gemachten Sicherheitsversprechen nicht durch entsprechende Evidenz gestützt werden. Wie die Entscheidung des Gerichts zeigt, ist das Gegenteil der Fall.

Das Gericht entschied, dass die FCC es versäumt habe, die von einer Bundesbehörde geforderte begründete Entscheidungsfindung vorzunehmen. Außerdem habe die Kommission es versäumt, eine Analyse der Nachweise vorzulegen, aus der hervorgeht, wie sie zu ihrer Entscheidung gekommen ist.

Die Feststellung der FCC, dass ihre Gesundheitsrichtlinien in Bezug auf nicht krebsartige Schädigungen angemessen seien, basierte auf einer Erklärung der FDA und einem Link zur FDA-Webseite aus dem Jahr 2017. Das Gericht entschied, dass die Schlussfolgerungen der FDA auch nicht durch eine sorgfältige wissenschaftliche Analyse gestützt seien, wie es von einer Bundesbehörde verlangt wurde.

Auf einer Pressekonferenz am 16. August, auf der der Sieg von CHD verkündet wurde, sagte der CHD-Vorsitzende Robert F. Kennedy, Jr.: „Diese Behörden haben kein Interesse mehr am Schutz der öffentlichen Gesundheit. Sie sind zu Handlangern der Industrie geworden, die sie eigentlich regulieren sollten.“

 

Um die angebliche Legitimität ihrer Richtlinien zu untermauern, behauptete die FCC, die Richtlinien würden von anderen Regierungsbehörden unterstützt. Nachdem die Antragsteller diese Behauptung jedoch widerlegt hatten, erklärte die FCC, die Tatsache, dass andere Behörden keine Einwände erhoben hätten, sei ein Beweis für ihre Zustimmung gewesen.

Das Gericht war anderer Meinung und entschied, dass „Schweigen keine Zustimmung bedeutet“.

Nach einem Bericht des Government Accountability Office, in dem der FCC eine Überprüfung ihrer Richtlinien aus dem Jahr 1996 vorgeschlagen wurde, veröffentlichte die FCC 2013 eine Notice of Inquiry, in der sie die Öffentlichkeit um Stellungnahmen zu der Frage bat, ob die Kommission einen Prozess zur Änderung der Richtlinien einleiten solle.

Im Dezember 2019 veröffentlichte die FCC ihre Entscheidung (genannt „Order“), die besagt, dass die Richtlinien die öffentliche Gesundheit ausreichend schützten und keiner Überprüfung bedürften.

Daraufhin reichte CHD im Februar 2020 Klage (genannt „Petitioner for Review“) gegen die Entscheidung ein. Ein ähnlicher Fall wurde vom Environmental Health Trust eingereicht. Die Fälle wurden vor dem D.C. Circuit zusammengeführt, und die Organisationen reichten gemeinsame Schriftsätze ein.

Mehr als 1.000 Stellungnahmen und umfangreiche Nachweise für Schädigungen durch Strahlung bei Werten weit unter den Richtwerten wurden von Wissenschaftlern, medizinischen Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen, die durch diese Technologie krank geworden sind,bei der FCC eingereicht.

Das Gericht erläuterte, dass eine Bundesbehörde bei ihrer Entscheidung die von der Öffentlichkeit eingereichten Nachweise berücksichtigen und auf wichtige Hinweise eingehen müsse, insbesondere dann, wenn diese der Prämisse, die der Entscheidung der Behörde zugrunde liegt, widersprechen (wie es in diesem Fall war). Die Antragsteller legten 11.000 Seiten an Beweismaterial vor, die das Ausmaß der von der FCC ignorierten Nachweise aufzeigten.

Das Gericht entschied, dass die FCC es versäumt habe, in angemessener Weise auf die bei der Behörde eingereichten Nachweise zu reagieren, und dass dieses Versäumnis auch die Entscheidung der FCC willkürlich, ungerechtfertigt und nicht evidenzbasiert macht.

Unter Bezugnahme auf den Schriftsatz der Antragsteller verwies das Gericht auf Nachweise zahlreicher Schädigungen durch Wireless-Technologien, darunter Strahlenkrankheit (Elektrosensibilität), neurologische Auswirkungen, oxidativer Stress (ein kausaler Schädigungsmechanismus), Auswirkungen auf Spermien sowie Auswirkungen pränataler Exposition und Schädigung der Blut-Hirn-Schranke, die die FCC allesamt ignorierte.

Das Gericht betonte, dass die FCC es versäumt habe, auf die nachweislichen Auswirkungen auf Kinder zu reagieren, insbesondere im Hinblick auf die Testverfahren für Mobiltelefone. Das Gericht stellte fest, dass umfangreiche Nachweise vorgelegt worden seien.

Zu den Nachweisen gehören ein Schreiben der American Academy of Pediatrics, Briefe von Experten zu den Auswirkungen auf Kinder, der BioInitiative-Bericht und zahlreiche Studien, darunter eine Studie, die zeigt, dass ein Jahr Handy-Nutzung bei Jugendlichen zu dauerhaften Gedächtnisschäden und anderen Auswirkungen auf das Gehirn führen kann.

In den FCC-Richtlinien werden tragbare Wireless-Geräte im Rahmen einer 30-minütigen Exposition durch ein einzelnes Gerät getestet, wobei nur die Erwärmung des Gewebes berücksichtigt wird. Das Gericht stellte fest, dass die FCC es versäumt habe, auf Hinweise zu reagieren, die auf Auswirkungen hindeuten, die nichts mit Wärme zu tun haben (sogenannte „nicht-thermische Schädigungen“), und dass sie es ebenfalls versäumt habe, andere Faktoren zu berücksichtigen, die bei der Verursachung von Schädigungen eine Rolle spielen können, darunter Langzeitexposition sowie Pulsation und Modulation der Wireless-Hochfrequenzsignale (zwei Methoden, um Funkwellen mit Informationen zu versehen).

Das Gericht stellte fest, dass die FCC es ebenfalls versäumt habe, auf Hinweise zu Auswirkungen der seit 1996 eingetretenen Entwicklungen in der Wireless-Technologie einzugehen, einschließlich der Allgegenwart von Mobilgeräten, WLAN und der Entstehung der „5G“-Technologie.

Das vollständige Versagen der FCC, Nachweise zu Umweltschäden anzuerkennen und darauf zu reagieren, war ein weiterer Grund für die Entscheidung des Gerichts. Das Gericht zitierte ein Schreiben des US-Innenministeriums aus dem Jahr 2014, in dem Bedenken geäußert werden, dass die Strahlung von Mobilfunkmasten Zugvögel beeinträchtige, und das zu dem Schluss kommt, dass die FCC-Richtlinien seit 30 Jahren veraltet sind.

Der Chefanwalt von CHD in diesem Fall, Scott McCollough, erklärte, dass „die FCC aufgrund dieses Urteils ihre Entscheidung überprüfen und sich zum ersten Mal ernsthaft und verantwortungsbewusst mit der großen Menge an wissenschaftlichen und medizinischen Nachweisen auseinandersetzen muss, die zeigen, dass die derzeitigen Richtlinien die Gesundheit und die Umwelt nicht angemessen schützen.“